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complifictions

sind Versuche am größten gemeinsamen Vielfachen, (mit)wirkende Kunstkomplexe, Fiktionen im Zwischenraum von Zusammen-Zählen und Erzählen. Plural-listische Texte und Töne – oder theatrale Versammlungen, partizipative Performances, Leerstandsbespielungen, Stadtraum-Interventionen. Zuletzt wurden beispielsweise in Memmingen die historischen Menschenrechts-Bauernartikel von 1525 durch die Ausrufung von 12 Neuen Artikeln aktualisiert, in Frankfurt am Main zur Bundestagswahl kollektiv Populisten beschimpft, ein Nürnberger Korb durch das Kabinett der Vereinigten Vergangenheiten verabschiedet, in Offenbach eine Zeit-statt-Geldtauschgesellschaft bei Tisch verkostet, in Büdingen eine Agentur zur Erfassung und Umsetzung von Zukunftsträumen eingerichtet und in Hamburg Handlungsempfehlungen eines Klimaparlaments sämtlicher Wesen und Unwesen beschlossen. Immer geht es darum, Schönheit und Fairness unter reger Beteiligung vieler Mitmenschen – complicrowds sozusagen – für möglichst viele weitere zu multiplizieren. Reale Ergebnisse vieler dieser Fiktionen wurden dabei an die sogenannte offizielle Politik übergeben oder leben in komplizenschaftlichen soziokulturellen Projekten, Communities und Graswurzelbewegungen weiter.

Steffen (&) Lars Popp

geb. 1976 in Erlangen, wohnhaft in Offenbach am Main, behauptet, Theater(mit)macher, Autor und Dramaturg zu sein. Beglaubigt sein soll das durch den akademischen Grad »Dipl.-Theaw.« sowie zahlreiche (Mit)Machwerke. Vorsätzlich irreführend firmiert Popp dabei unter mehreren seiner Vornamen: Steffen theatert, Lars textet, Steffen Lars macht praktisch alles Theoretische. Und das & steht für sich selbst nebst allen anderen Möglichkeiten und Leuten: wie Ko-Leiter des MADE.Festivals zu sein – oder Komplize in den Performancekollektiven helfersyndrom, red park und Vereinigte Vergangenheiten.

Geht es noch etwas genauer?

Komplifiktionär:innen wenden auf sich selbst und ihre Kunstmaschinen – kurz gesagt – folgende 10 Methoden der Philosophie der Komplifiktion an:

Erstens
Den eigenen Standpunkt markieren und mit-triangulieren

Zweitens
Comply to complexity

Drittens
Die Gordischen Knoten des Konnektivs knüpfen

Viertens
Die größtmögliche Menge und Karten zur Navigation zusammenstellen

Fünftens
Die Möglichkeiten zwischen den Zeilen ausbuchstabieren

Sechstens
Zählen und Erzählen ins Gleichgewicht der Macht bringen

Siebtens
Den Konflikt nicht meiden, ihn suchen

Achtens
Die Versammlung zu Verhandlung und Kommoning anstiften

Neuntens
Die Wirklichkeit auf die Probe stellen und selbsterfüllende Prophezeiungen initiieren

Zehntens
Das schwer zu Machende einfach machen

Mehr Details liefert der Essay NÄCHSTENFIKTIONEN – Anleitung zum Mit(un)möglichsein. Ansonsten gibt es hier

mehr

Über Steffen & Lars

Die kompletten Komplifiktionen

nebst sämtlicher Notate auf dieser Homepage kann man auch überschauen auf der Allesliste