Die virtuellen Wolken realisieren sich auf Kosten der realen: The Cloud Factories: Power, Pollution and the Internet - NY TIMES

“It’s staggering for most people, even people in the industry, to understand the numbers, the sheer size of these systems,” said Peter Gross, who helped design hundreds of data centers. “A single data center can take more power than a medium-size town.”

“This is an industry dirty secret, and no one wants to be the first to say mea culpa,” said a senior industry executive who asked not to be identified to protect his company’s reputation. “If we were a manufacturing industry, we’d be out of business straightaway.”
Wie eng Struktur und Ereignis im Symbolsystem der deutschen Sprache miteinander verflochten sind, läßt sich an dem Satz »Es regnet.« sehr schön verdeutlichen. Hier wird ein Phänomen mitteilbar, dessen Ereignishaftigkeit keine phänomenologische Entsprechung aufweist: Es gibt kein »Es«, das für das Ereignis »Regen« verantwortlich zu machen wäre. Damit tritt eine rein grammatikalische Struktur an die Stelle eines Ereignisses, dessen Kausalität überkomplex determiniert ist – weshalb zumindest bis heute alle Versuche einer verläßlichen Wettervorhersage regelmäßig scheitern. Christian Kassung: Struktur und Ereignis: Ein Synchronisationsproblem
Für mich die Wolke der Woche, hab sie bei Recherchen für meine Lesung heute abend entdeckt, nämlich die Cloud Appreciation Society:
Cloud Lovers, Unite! At The Cloud Appreciation Society we love clouds, we’re not ashamed to say it and we’ve had enough of people moaning about them. Read our manifesto and see how we are fighting the banality of ‘blue-sky thinking’. If you agree with what we stand for, then join the society for a minimal one-off postage and administration fee and receive your very own official membership certificate and badge.

UNformation (Jean-Claude Carrière über Informanten, Wahrheit und Zensur)

Das ist zweifellos eine der bedeutensten Errungenschaften dieser globalisierten Gesellschaft. Eine totale und endgültige Zensur ist jetzt praktisch unvorstellbar. Die einzige Gefahr ist, dass sich die frei zirkulierende Information nicht mehr überprüfen lässt und dass wir eines nicht fernen Tages Informanten werden. Wir sprachen darüber. Informanten, die es gut meinen, mehr oder weniger kompetent, mehr oder weniger parteiisch, die damit gleichzeitig zu Erfindern und Schöpfern von Information würden...

Wir sind dazu verdammt ewige Studenten zu sein, wie Trofimov im Kirschgarten. Vielleicht ist das im Grunde auch besser so. In Gesellschaften, die wir primitiv nennen, haben die Alten die Macht, weil sie es sind, die das Wissen an ihre Kinder weitergeben. Wenn die Welt in ständiger Umwälzung begriffen ist, sind es die Kinder, die ihren Eltern die Elektronik beibringen. Und deren Kinder, was werden die ihnen beibringen? Umberto Eco/Jean-Claude Carrière: Die große Zukunft des Buchs. München: dtv, 2011, S. 58f.
[caption id="" align="aligncenter" width="800"]Markus Landsmann: London &emdash; Buckingham Palace © Markus Landsmann[/caption] Diese Woche blieben wir von News über die digitale cloud weitgehend verschont. Dafür tauchte ein beeindruckendes Wolkenbild von Markus Landsmann in meinem G+Stream auf. Hier nun zwar nicht dieses, aber ein anderes. Konnte mich eigentlich überhaupt nicht für ein Bestimmtes entscheiden; dieses hier schien mir aber sinnbildlich passend. Schaut unbedingt auch mal in seinen Flickr-Stream!
Ein Zitat des Soziologen Dirk Baecker, das ich heute in einem Interview las, beschäftigt mich schon den ganzen Morgen in meinen Überlegungen, wie das Theater noch stärker auf die Netzwerkgesellschaft reagieren und sich zu einem Internetheater wandeln müsste. Leider habe ich gerade keine Zeit, meine Gedanken dazu hier weiter auszuführen. Aber vielleicht mag ja jemand von euch da draußen stellvertrend heftig zustimmen oder widersprechen?
Die Performance greift tiefer und thematisiert die Lage des Individuums am Ende der Buchdruckgesellschaft und im Übergang zur Computergesellschaft. Es macht einen Unterschied, ob ich es mit Individuen zu tun habe, die sich im Umgang mit Büchern zu kritischen, wenn auch immer etwas idealistischen Lesern gebildet haben, oder mit Individuen, die mit ihren Suchmaschinenrecherchen, mit ihren social media accounts und mit ihren Abhängigkeiten von den Algorithmen ihrer Computerprogramme versuchen, ihrer eigenen Nervosität Herr zu werden, und dabei die Nervosität aller steigern. Die Performance ist in meinen Augen der radikale Blick auf das, was vom Menschen bleibt, wenn man ihn nicht aus den Kontexten heraus, in denen er sich bewegt, immer schon zu gut versteht. (...) Künstler notieren das Ende des kritischen Lesers und des authentischen Bürgers und suchen nach Bildern, Gesten und Tonfällen, die den Menschen als Chamäleon in den Netzwerken der Computergesellschaft kennzeichen. Dirk Baecker/Matthias Lilienthal/Tobi Müller: "Hoffnung auf Ereignishaftes in der Erwartungserfüllungsanstalt". In: Import Export. Arbeitsbuch zum HAU Berlin. Berlin: Verlag Theater der Zeit, 2012, S. 15f.
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