Von sich nähernden Einschlägen – Chronik der Coronatage (32): Donnerstag, 14.05.2020

Schönes Geburtstagsgeschenk für eure Mama, liebe Söhne: Ihre Firma hat Insolvenz angemeldet. Etwa die Hälfte der Belegschaft werde dem Verfahren zum Opfer fallen. Sie ist im Betriebsrat, darf daher quasi Mitentscheiderin sein im bevorstehenden Russischen Roulette. Ggfs. auch über sich selbst. Unterdessen steigt hier in OF die Inzidenz, lange hatten wir mit die niedrigsten Infektionsraten in Hessen, nun haben wir zuletzt plötzlich ein irritierendes Wachstum. Immerhin aber noch...

Von der CORONAPO – Chronik der Coronatage (31): Montag, 11.05.2020

Ich hatte das ja schon für den ersten Mai befürchtet, nun ist es letzten Samstag passiert. Ausgerechnet am »Tag der Befreiung«, ausgerechnet nach den doch überraschend weitgehenden Lockerungsmaßnahmen, die Mitte der Woche beschlossen worden waren, bildet sich nun in mehren Städten eine Art Querfront gegen die merkelsche »Corona-Diktatur«. Befeuert wird, was Medien bereits als »Bewegung« schon wieder teilweise unnötig größerstilisieren, nicht nur von den üblichen Zweiflern, Alternativwisenschaftlern, Pegidianern,...

Von der Vermisstenanzeige der zweiten Kultur – Chronik der Coronatage (30): Dienstag, 05.05.2020

Germanisten oder andere Literaturtheoretiker müssten nun Corona-Narrative untersuchen. Wo sind die Germanisten und Romanistinnen in den Talkshows, die uns erklären, warum in Frankreich eine Kriegsrhetorik funktioniert, während unser Bundespräsident Erfolg damit hat, Emmanuel Macron zu widersprechen und zu betonen, wir befänden uns eben gerade nicht im Krieg? Wo sind sie, wenn die Virologen ihre Zahlen feilbieten? Wo sind sie, wenn die Politiker ihre Massnahmen verkünden?Markus Gabriel in der...

Von der Kontaktarbeit – Chronik der Coronatage (29): Freitag, 01.05.2020

Jetzt fast ne Woche hier zu keinem Eintrag mehr gekommen. Corona und wir – die Beziehung tritt in die Phase, wo Zauber und Glanz der ersten wild-aufregenden Tage mit der neuen Liebe zunehmender Ernüchterung und Gewöhnung, Alltag eben weicht. Hinkt jetzt vielleicht mehrfach, der Vergleich, aber ihr wisst schon. Irgendwie war‘s, als hätten wir katastrophengeil das Ganze auch ein bisschen begrüßt, um uns selbst wieder zu spüren, ohne...

Von den Virusworthülsen (2) – Chronik der Coronatage (27): Mittwoch, 22.04.2020

»The word ist now a Virus«, schrieb einst William S. Burroughs vor knapp 80 Jahren, in Quasi-Vorwegnahme des Internet-Mems. »The flu virus may have once been a healthy lung cell. It is now a parasitic organism that invades and damages the central nervous system. Modern man has lost the option of silence. Try halting sub-vocal speech. Try to achieve even ten seconds of inner silence. You will encounter...

Von Unkultur und Trotzkultur – Chronik der Coronatage (24): Donnerstag, 16.04.2020

Die gestrigen Aussagen zu den ersten Corona-»Lockerungsübungen« belegen leider, auch Dank Leopoldina, dass auch die Sorgen und Nöte, damit zugleich auch die tröstenden, sinnstiftenden, verbindenden Funktionen der Kulturbranche aktuell komplett vom Radar der Relevanz verschwunden sind. Leider macht das Virus nun auch ein Wort Heiner Müllers wahr, der dieses aber als Selbstkritik wie potentielle Streikform verstanden wissen wollte: EINZIGE MÖGLICHKEIT HERAUSZUFINDEN WAS EINE ANTWORT SEIN KÖNNTE DARAUF ALLE...

Back to Top